Dunkle Zeiten




F
rüh am Morgen wacht Kitana auf. Mit halb geöffneten Augen blickt sie aus dem Fenster, hoch oben auf ihrem Schloß, "Wie? Noch alles dunkel draußen? Viel zu früh." Sofort dreht sie sich wieder um, zieht sich die Bettdecke bis übers Kinn, kuschelt sich an ihre Schwester und schließt die Augen. Später, als die ersten Sonnenstrahlen durch das große Fenster über ihrem Bett fallen, wacht Kitana erneut auf. Das erste was sie erblickt, ist Trisyas wunderschönes Gesicht, die ebenfalls in diesem Moment die Augen aufschlägt. Freudig drückt Trisya sie an sich und küßt sie zärtlich auf die Lippen. "Ein wunderschöner Morgen, Engelchen!", begrüßt sie ihre Schwester. Glücklich, von solch einem süßen Engel geliebt zu werden, drückt Kitana sie mit ihren Flügeln fest an sich, während sie ihr mit den Händen über das Gesicht und durch die langen Haare streicht. Nach einer Weile läßt sie Trisya los und richtet sich auf, "Wir sollten langsam mal aufstehen. Ich habe heute noch viel in Credia zu erledigen."

N
ach einem kurzen Bad und einem ausgiebigen Frühstück zusammen mit Trisya zieht sich Kitana ihre Stadtkleidung an und teleportiert sich auf ihre Villa in Credia. Kaum ist sie dort angekommen, eilt nahezu ihr gesamtes Personal herbei. "Lady Kitana, gut das Ihr da seid ...", beginnt der Hauptmann der Wache hastig zu reden, "Heute Nacht sind Diebe eingebrochen und haben Euch bestohlen!" Verwundert blickt Kitana ihn an. "... und sie haben den Pool in Eurem Schlafgemach auf schändliche Weise verschmutzt!", fügt der Zimmerdiener aufgeregt hinzu. "Wie kann das möglich sein? Das Haus ist doch gut bewacht.", fragt Kitana mit ruhiger Stimme. "Sie sind mit Hilfe von Magie eingedrungen! Seht. Wir haben diese verbrauchte Schriftrolle gefunden.", erklärt ihr der Hauptmann immer noch sehr nervös und zeigt eine Pergamentrolle. "Wie unangenehm. Und das am frühen Morgen.", denkt Kitana und blickt verärgert durch die Halle. "Sagt, was haben sie entwendet?", spricht sie schließlich zum Hauptmann der Wache und blickt ihm fordernd in die Augen. "Sie haben sämtlich Schränke in Eurem Schlafgemach aufgebrochen. Wahrscheinlich haben sie Wertgegenstände gesucht.", berichtet er ihr. Kitana braucht einen Augenblick, um die Informationen zu verarbeiten, dann eilt sie mit flatterndem Umhang die Treppen nach oben bis in das Schlafgemach. Geschockt von dem Anblick der Verwüstung bleibt sie in der Tür stehen. Die Schranktüren hängen nur noch halb in den Angeln, ihre Kleider sind quer durch das gesamte
Zimmer verteilt, ihr blaues Abendkleid hängt noch naß und tropfend über dem Poolrand. "Wir waren gerade dabei, Eure Kleider zu retten ...", entschuldigt sich der Zimmerdiener, der inzwischen mit dem Rest der Dienerschaft und den Wachen wieder bei Kitana angekommen ist. Kitana den Blick versperrend, stellt sich der Hauptmann vor das Bett, von dem sie bisher nur sehen konnte, daß es stark zerwühlt ist. "Geht beiseite!", befiehlt sie ihm und schiebt ihn mit der Hand weg. Auf dem Bett liegt ihr brauner Pelzmantel mit einem dicken, gelblichen Fleck in der Mitte. "Oh Schreck laß nach! Hoffentlich ist das nicht meiner, sondern Trisyas.", denkt sie und erbleicht. Kitana braucht einige Sekunden, um sich wieder zu fassen, dann geht sie zu einem der Schränke, zieht die bereits halb geöffneten Schubladen darin ganz hervor und blickt hinein. "Ich habe es geahnt! Der gesamte Schmuck ist weg!", ruft sie entsetzt und dreht sich zu ihrer Dienerschaft um. Wortlos senken diese den Blick gen Boden. Kitana nimmt einer der Schmuckschatullen in die Hand, schließt die Augen und konzentriert sich. Das erste, was sie sieht, sind mehrere hämisch grinsende Orkgesichter. "Na warte! Die Jungs schnapp' ich mir!", denkt sie zornig und legt die Schatulle zurück in den Schrank.

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erärgert über den Vorfall geht Kitana langsam zur Treppe zurück. "Bringt das hier wieder in Ordnung! Ich werde nach Schloß Angelrock zurückkehren.", weist sie ihr Personal an und steigt die Treppe hinab. Unten angekommen teleportiert sie sich auf das Schloß zurück. "Wenn der Tag schon so anfängt ...", schimpft sie und wirft ihren Umhang in die Ecke. "Wo ist denn meine Schwester?", ruft sie leise aber verärgert, "Ich brauche jetzt jemanden, der mich tröstet und bemitleidet." Kitana blickt sich einmal kurz in ihrem Schlafgemach um und läßt sich dann auf das große Bett fallen. Traurig zieht sie sich eine der vielen Decken bis über den Kopf und läßt ihr Gesicht in einem großen Kissen versinken. "Mist, Stiefel vergessen auszuziehen ..."

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ach etwa einer Stunde geht es Kitana wieder besser. Aufgemuntert schlägt sie die Decke beiseite und krabbelt zur Bettkante. Vor dem prachtvollen Wandspiegel kämmt sie ihre Haare wieder zurecht und sammelt anschließend ihren Umhang wieder auf. "Ich werde am besten meine Runde über das Land drehen, bevor ich heute gar nichts Sinnvolles mehr tue", überlegt Kitana und rüstet sich für den Ausflug. "Schwert, Bogen, Köcher, Peitsche, Beutel, Umhang, Stiefel, los geht's!", zählt Kitana und teleportiert sich davon.

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