Durch die Wildnis Schwedens




A
uf einmal wird es still. Der Kampf scheint vorbei zu sein. Kitana, noch auf dem Banditen, den sie überwältigt und inzwischen gefesselt hat, kniend, schaut sich suchend um. Sie entdeckt Trisya ein paar Meter tiefer in den Wald hinein und Storm, die gerade ihre Deckung unter dem stark beschädigten Wagen verläßt. "Ich glaube, wir haben es überstanden", ruft Trisya zu ihr herüber. In diesem Moment öffnet sich die Heckklappe des Fahrzeugs und Goro krabbelt heraus. "Hab' ich etwas verpaßt, Mädels?", fragt er verwundert, als er die Spuren der Verwüstung sieht. "Nein", antwortet Kitana leise und steht auf. "Wie konnte der nur bei dem Lärm schlafen?", denkt Kitana, worauf Trisya ihr telepatisch antwortet, "Muß ein ganz hervorragendes Schlafmittel gewesen sein."

T
risya kommt zum Wagen zurück, und auch Kitana begibt sich langsam dorthin, ihren Gefangenen hinter sich her ziehend. "Ist irgendjemand verletzt?", fragt Trisya in die Runde. Ein Grinsen aus fünfeinhalb Meter Höhe spricht für sich. "Meine Rüstung ist total ruiniert", klagt Storm und streift sich die verbleibenden Fetzen vom Körper. "Na ja", meint Kitana trocken und blickt den herunterfallenden Rüstungsteilen hinterher, "So hättest du jetzt auch aussehen können." Jetzt steigt auch der Zauberer, den der Rat von Tolkeen zur Begleitung mitgeschickt hat, aus dem Wagen aus. "Sind sie weg?", fragt er, sich ängstlich umsehend. "Aber sicher!", antwortet Goro und klopft sich auf die Brust. "Wo ist denn Herr Li?", fragt der Zauberer, nachdem er die Runde durchgezählt hat. "Wer ist das überhaupt?", fragt Trisya ihre Schwester telepatisch. "Das ist der nette Herr, wegen dem wir beinahe unser unbezahlbares Runenschwert für immer losgewesen wären", antwortet ihr Kitana auf dem selben Weg mit leicht zornigem Unterton.

I
n der Ferne ist ein lauter Schuß zu hören, darauf das Krachen eines Laserschusses und anschließend ein dritter Schuß. Danach ist es wieder still. "Friede seiner Asche", denkt Kitana und richtet ihren Blick gen Boden, während die anderen besorgt in die Richtung blicken, aus der die Schüsse kamen. "Ich gehe mal nachsehen", sagt Storm entschlossen und marschiert los. "Sollten wir nicht lieber zusammenbleiben", meint Trisya zögernd, "wer
weiß, was da noch alles ist." "Ja, alleine ist es viel zu gefährlich", meint auch Kitana. Während die Gruppe noch diskutiert, nähern sich Schritte aus besagter Richtung. Blitzschnell verstecken sich alle hinter den nahestehenden Bäumen.

D
urch das Unterholz hindurch erspäht Kitana drei der Banditen, die jedoch unbewaffnet zu sein scheinen. Als sie näher kommen erkennt sie, daß die drei an den Händen gefesselt sind. Jetzt erblickt sie auch Meister Li, der den Banditen, mit seinem Lasergewehr im Anschlag, folgt. Erleichtert kommen die Freunde aus ihrer Deckung hervor. "Prima, du bringst Gäste mit!", ruft ihm Kitana freudig entgegen. "Leider ist das Essen noch nicht ganz fertig", fügt Trisya hinzu. Bei den anderen angekommen erblickt Li voller Schrecken seinen schwer beschädigten Wagen. "Diese Schweine!", ruft er voller Zorn, "Sie haben Kenny getötet!" Kitana und Trisya schauen sich achselzuckend an, "Wen meint er?" "Er meint den Wagen", antwortet ihnen Goro lächelnd und deutet mit dem Daumen darauf. Sichtlich mitgenommen wandert Li um seinen Wagen herum und flucht irgendetwas unverständliches. "Der funktioniert nicht mehr, oder?", fragt ihn Kitana vorsichtig. "Nein, der funktioniert nicht mehr!", entgegnet Li, "Und man merkt, daß du nicht von dieser Welt bist." Traurig schaut Trisya zu Li herüber, "Und nun?" "Dort hinten, wo ich die drei hier gefunden habe, stehen zwei Transporter herum", meint Li nach einem Moment und deutet in die Richtung, aus der er kam.

T
risya holt rasch ihre und Kitanas Sachen aus dem Fahrzeug, bevor sich die Gruppe auf in den Wald macht. Li führt die vier gefangenen Banditen vor sich her und Storm folgt dem Treck auf ihrem Motorrad. Auf einer kleinen Lichtung stehen zwei bewaffnete Militärtransporter sowie zwei Hoover-Bikes. "Wollen wir mit den Dingern weiterfahren?", fragt Kitana. "Warum schlachten wir sie nicht aus und reparieren damit deinen Wagen, Li?", schlägt Goro vor. "Der hat auch keine Ahnung von Fahrzeugen", brummelt Li kopfschüttelnd. "Meinen Wagen will ich auf gar keinen Fall aufgeben, vor allem, da diese hier ständig mit neuem Treibstoff versorgt werden müssen", meint Li dann. "Wir werden damit zur nächsten Stadt fahren und dort meinen Wagen reparieren lassen", fügt er hinzu. "Hier gibt es keine Städte", antwortet ihn, hämisch grinsend, einer der Banditen. "Genau! Hier gibt es nur unser Lager!", ruft der nächste dazwischen. "Aber dort sind zwanzigmal soviele von uns", meldet sich der dritte zu Wort. "Wir laden die Hoover-Bikes auf den Transporter und die vier Kerle hier nehmen wir auch mit", unterbricht sie Li.
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